Ratgeber IT-Sicherheit

Graykey Preserve: Wie ein Forensik-Tool den iPhone-Neustart nach 72 Stunden umgehen soll

Seit iOS 18 startet ein iPhone automatisch neu, wenn es 72 Stunden lang nicht entsperrt wurde. Danach sind die Daten deutlich besser geschützt. Jetzt soll das Forensik-Unternehmen Magnet Forensics mit Graykey Preserve einen Weg gefunden haben, diesen Inactivity Reboot zu unterlaufen. Dieser Beitrag erklärt einfach und Schritt für Schritt, was bekannt ist, was nicht bestätigt ist und was der Bericht für die Sicherheit von iPhones im Alltag und im Unternehmen bedeutet.

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Stand: 2. Oktober 2026

72 h
Kurz gesagt: Graykey Preserve und der iPhone-Neustart in einer Minute
  • Der iPhone Inactivity Reboot startet ein gesperrtes iPhone nach 72 Stunden ohne Entsperrung automatisch neu. Das Gerät wechselt dann in den besonders geschützten Zustand „Before First Unlock" (BFU).
  • Laut einem Bericht von 404 Media, über den auch heise berichtet, soll Magnet Forensics mit Graykey Preserve und dem „Evidence Preservation Mode" diesen Neustart hinauszögern oder unterlaufen können.
  • Ziel ist, ein sichergestelltes iPhone dauerhaft im zugänglicheren Zustand „After First Unlock" (AFU) zu halten.
  • Technische Details sind nicht bestätigt. Weder Apple noch Magnet Forensics haben den Bericht kommentiert.
  • Ein vollständig ausgeschaltetes iPhone befindet sich immer im BFU-Zustand. Ein starker Gerätecode und aktuelle Software bleiben die wichtigsten Grundlagen der iPhone-Sicherheit.

Was ist passiert? Graykey Preserve und der iPhone Inactivity Reboot

Das US-Investigativmedium 404 Media hat über ein Firmenvideo von Magnet Forensics berichtet. Magnet Forensics ist das Unternehmen hinter Graykey, einem Werkzeug zum Entsperren und Auslesen von Smartphones, das vor allem an Ermittlungsbehörden verkauft wird. In dem Video geht es um eine neue Funktion, mit der sich der automatische iPhone-Neustart nach 72 Stunden überlisten oder zumindest verzögern lassen soll.

Laut dem Bericht hat Magnet Forensics dafür ein eigenes Gerät namens Graykey Preserve entwickelt. Dazu kommt eine Funktion mit dem Namen „Evidence Preservation Mode" für bestehende Graykey-Werkzeuge. Beide sollen dafür sorgen, dass ein sichergestelltes iPhone nicht in den stark geschützten Zustand nach einem Neustart zurückfällt. In dem Video wird die Neuerung als großer Durchbruch für die iOS-Forensik bezeichnet.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Laut 404 Media stammt das Video bereits von Anfang 2025. Die Funktion könnte also schon länger im Einsatz sein, ohne dass die Öffentlichkeit davon wusste. Bekannt geworden ist das Ganze erst jetzt, Anfang Oktober 2026.

Warum der iPhone-Neustart für Ermittler ein Problem ist

Als Apple den automatischen Neustart einführte, gab es Kritik von Ermittlern. Der Grund ist einfach: Behörden schaffen es oft nicht, ein beschlagnahmtes iPhone innerhalb von 72 Stunden auszulesen. Manchmal fehlt in dieser Zeit noch die richterliche Anordnung, manchmal gibt es andere Verzögerungen. Startet das Gerät dann neu, wird der Zugriff selbst mit spezialisierten Forensik-Geräten deutlich schwerer.

Graykey Preserve setzt genau hier an. Das Werkzeug soll Zeit gewinnen, damit ein iPhone nicht während der Wartezeit in den geschützten Zustand wechselt. Ob und wie zuverlässig das funktioniert, lässt sich von außen bisher nicht prüfen.

Der iPhone Inactivity Reboot einfach erklärt

Der Inactivity Reboot, auf Deutsch Neustart nach Inaktivität, ist eine Sicherheitsfunktion von iOS. Apple hat sie mit iOS 18 eingeführt und mit iOS 18.1 verschärft. Die Funktion arbeitet unsichtbar im Hintergrund. Es gibt keinen Schalter in den Einstellungen, und die meisten iPhone-Nutzer bemerken sie nie, weil sie ihr Gerät täglich entsperren.

Wann startet das iPhone automatisch neu?

Ein iPhone startet automatisch neu, wenn es 72 Stunden lang, also drei Tage, nicht entsperrt wurde. Entscheidend ist nur der Sperrzustand. Ob das iPhone am Ladekabel hängt, ob es mit dem Internet verbunden ist oder ob Mobilfunk verfügbar ist, spielt für den Timer keine Rolle. Das hat Magnet Forensics in einem eigenen Fachbeitrag zum Inactivity Reboot selbst beschrieben.

Für Sie als Nutzer heißt das: Wer sein iPhone jeden Tag benutzt, merkt vom Neustart nach 72 Stunden nichts. Wirksam wird der Schutz erst, wenn das Gerät liegen bleibt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein iPhone gestohlen wurde, verloren gegangen ist oder beschlagnahmt wurde.

AFU und BFU: die zwei Zustände eines iPhones

Um zu verstehen, warum der iPhone-Neustart so wichtig ist, muss man zwei Begriffe aus der iPhone-Forensik kennen: AFU und BFU. Sie beschreiben, wie gut die Daten auf dem Gerät gerade geschützt sind.

Zustand Was er bedeutet Schutz der Daten
BFU: Before First Unlock Das iPhone wurde eingeschaltet oder neu gestartet und seitdem noch nicht mit dem Gerätecode entsperrt. Face ID und Touch ID funktionieren in diesem Zustand nicht, nur der Code öffnet das Gerät. Sehr hoch. Ein Großteil der Daten bleibt verschlüsselt, weil die nötigen Schlüssel noch nicht freigegeben sind.
AFU: After First Unlock Das iPhone wurde nach dem Start mindestens einmal entsperrt. Danach ist es zwar wieder gesperrt, aber bestimmte Schlüssel bleiben im Arbeitsspeicher verfügbar, damit Apps im Hintergrund weiterarbeiten können. Geringer. Forensik-Werkzeuge können in diesem Zustand deutlich leichter auf Daten zugreifen, laut heise auch über die USB-C-Schnittstelle.

Der automatische Neustart nach 72 Stunden bringt ein iPhone also vom AFU-Zustand zurück in den BFU-Zustand. Einfach gesagt: Das Gerät verriegelt sich nach drei Tagen ohne Nutzung selbst wieder vollständig. Genau diesen Wechsel soll Graykey Preserve verhindern.

AFU: nach dem Entsperren Neustart BFU: nach dem Neustart

Lässt sich der Neustart nach 72 Stunden deaktivieren?

Nein. Den automatischen Sicherheitsneustart können Sie beim iPhone weder abschalten noch verlängern oder verkürzen. Es gibt dafür keinen Schalter in den Einstellungen. Wenn Ihr iPhone nach drei Tagen neu startet, obwohl Sie es nicht benutzt haben, ist das also kein Fehler, sondern der 72-Stunden-Neustart, der genau so arbeiten soll. Nach dem Neustart geben Sie einmal Ihren Gerätecode ein, danach funktionieren Face ID und Touch ID wieder wie gewohnt.

Was passiert technisch beim Inaktivitäts-Neustart?

Der Inaktivitäts-Neustart, wie die Funktion auf Deutsch auch genannt wird, ist tief im System verankert. Sicherheitsforscher fanden die Funktion im Kern des Betriebssystems, im Zusammenspiel mit dem Keybag und dem Schlüsselspeicher der Secure Enclave. Der Keybag ist eine Art Behälter für kryptografische Schlüssel auf dem iPhone. Nach dem Neustart sind die Schlüssel, die im AFU-Zustand im Arbeitsspeicher lagen, nicht mehr vorhanden. Erst die erneute Eingabe des Gerätecodes gibt sie wieder frei.

iPhone startet von selbst neu: Ist das der Inactivity Reboot?

Wenn Ihr iPhone während der normalen Nutzung von allein neu startet, ist das in aller Regel nicht der Inactivity Reboot. Der automatische Sicherheitsneustart greift nur, wenn ein iPhone drei Tage lang gesperrt war und nicht entsperrt wurde. Häufige Ursachen für einen unerwarteten Neustart im Alltag sind dagegen:

  • ein gerade installiertes oder halb installiertes iOS-Update,
  • ein schwacher oder gealterter Akku, der bei Lastspitzen die Spannung nicht hält,
  • sehr wenig freier Speicherplatz,
  • eine fehlerhafte App oder ein Softwarefehler im System.

Prüfen Sie in diesem Fall zuerst, ob iOS aktuell ist, wie es um den Akkuzustand steht und ob genug Speicher frei ist. Startet das iPhone weiter regelmäßig von selbst neu, hilft der Apple-Support weiter.

Warum Apple den Neustart nach 72 Stunden eingeführt hat

Apple hat sich zum Zweck der Funktion nicht im Detail geäußert. Die Wirkung ist aber klar: Daten, die länger als drei Tage ungenutzt auf einem gesperrten iPhone liegen, werden wieder in den bestmöglich geschützten Zustand gebracht. Das schützt nicht nur vor Behörden, sondern vor allem vor Dieben. Ein gestohlenes iPhone kann nicht einfach monatelang in einer Schublade liegen, bis ein Angreifer eine Lücke gefunden hat. Nach spätestens drei Tagen ist es wieder im BFU-Zustand.

Für die meisten Menschen ist der iPhone Inactivity Reboot deshalb in erster Linie ein Diebstahlschutz. Wer sein Smartphone in der Bahn verliert oder im Urlaub bestohlen wird, profitiert davon, ohne etwas einstellen zu müssen.

Kurz gesagt

Der iPhone Inactivity Reboot setzt ein gesperrtes iPhone nach 72 Stunden ohne Entsperrung per Neustart vom zugänglicheren AFU-Zustand zurück in den stark geschützten BFU-Zustand. Ladezustand und Netzverbindung spielen dafür keine Rolle.

Was ist Graykey, und wie funktioniert iPhone-Forensik?

Graykey ist ein Forensik-Werkzeug, mit dem Ermittler gesperrte Smartphones entsperren und Daten daraus auslesen können. Es gehört zur sogenannten Handy-Forensik, auch mobile Forensik oder Smartphone-Forensik genannt. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich damit, Daten von Mobilgeräten so zu sichern, dass sie als Beweismittel verwertbar sind.

Wer ist Magnet Forensics?

Magnet Forensics ist ein kanadisches Unternehmen für digitale Forensik. Es entwickelt Software und Geräte, mit denen Ermittlungsbehörden Daten von Computern, Smartphones und Cloud-Diensten sichern und auswerten. Graykey ist eines der bekanntesten Produkte des Unternehmens. Es wird nicht frei verkauft, sondern vor allem an Polizeibehörden und andere staatliche Stellen.

Graykey und Cellebrite: Werkzeuge der Handy-Forensik

Graykey ist nicht das einzige Werkzeug dieser Art. Bekannt ist auch die Firma Cellebrite, deren Geräte ebenfalls weltweit von Ermittlungsbehörden eingesetzt werden. Beide Anbieter liefern sich mit Apple einen ständigen Wettlauf: Apple schließt Sicherheitslücken, die Forensik-Firmen suchen neue Wege. Als der automatische iPhone-Neustart auftauchte, berichteten Sicherheitsforscher, dass iPhones damit auch besser gegen Entsperrversuche mit solchen Spezialgeräten geschützt sind.

Wovon es abhängt, ob ein iPhone ausgelesen werden kann

Ob ein Forensik-Tool an die Daten eines iPhones kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten sind:

  • Gerätezustand: Ein iPhone im AFU-Zustand gibt deutlich mehr preis als ein iPhone im BFU-Zustand. Genau deshalb ist der automatische Neustart so wichtig.
  • Gerätecode: Je länger und komplexer der Code, desto schwerer ist er zu erraten. Ein kurzer Zahlencode ist das schwächste Glied.
  • iPhone-Modell und iOS-Version: Neuere Geräte und aktuelle Software schließen bekannte Lücken. Ältere Modelle mit veralteter Software sind leichter angreifbar.
  • Zeit: Je länger ein Gerät im zugänglichen Zustand bleibt, desto mehr Möglichkeiten haben Angreifer und Ermittler. Das ist der Kern des Streits um den Inactivity Reboot.

Warum der Gerätecode so viel Gewicht hat

Beim iPhone sind die Daten mit Schlüsseln verschlüsselt, die vom Gerätecode und von einem besonders geschützten Sicherheitschip abhängen, der Secure Enclave. Ohne den richtigen Code werden diese Schlüssel nicht freigegeben. Die Secure Enclave bremst außerdem wiederholte Fehlversuche aus. Deshalb ist ein starker Gerätecode bis heute der wirksamste Schutz gegen das Entsperren eines iPhones, egal ob durch Diebe oder Forensik-Werkzeuge.

Wie Graykey Preserve den iPhone-Neustart umgehen soll

Wie genau Graykey Preserve funktioniert, ist nicht öffentlich bekannt. Das Video zeigt keine vollständige technische Beschreibung. Es gibt aber einige Hinweise aus dem Bericht und eine erste Einschätzung einer bekannten iPhone-Sicherheitsforscherin.

Was das geleakte Video zeigt

  • Flugmodus: Graykey Preserve aktiviert unter anderem den Flugmodus des iPhones. Damit sind Bluetooth, WLAN und Mobilfunk getrennt.
  • AFU-Zustand bleibt erhalten: Der AFU-Zustand soll auch dann erhalten bleiben, wenn das iPhone aus irgendeinem Grund doch neu startet, zum Beispiel wegen Speicherwartung oder Stromverlust.
  • Zeitlich unbegrenzt: Die Daten sollen sich laut Video „unendlich lange" erhalten lassen.
  • Keine automatische Löschung: Neben dem Neustart soll auch die automatische Löschung weiterer Daten verhindert werden. Genannt werden zwischengespeicherte Ortsangaben, Fotos im Ordner für zuletzt gelöschte Objekte und iMessage-Nachrichten.

„Zeit anhalten": die Vermutung von Jiska Classen

Jiska Classen ist Professorin am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und eine der bekanntesten Fachleute für iPhone-Sicherheit. Sie hatte den Inactivity Reboot nach seiner Einführung selbst untersucht. Ihre Vermutung zu Graykey Preserve: Magnet Forensics gelingt es auf eine bisher unbekannte Weise, die Uhr des iPhones zu manipulieren. Damit ließe sich die Zeit auf dem Gerät anhalten oder zumindest verlangsamen.

Das würde erklären, warum der Neustart nicht ausgelöst wird. Wenn für das iPhone keine Zeit vergeht, laufen auch die 72 Stunden nie ab. Dasselbe gilt für andere Zeitgrenzen, die Apple gesetzt hat, etwa für das endgültige Löschen von Daten. Laut Classen ist es außerdem denkbar, dass das Werkzeug die Systemaufgaben abschaltet, die Daten nach einer bestimmten Zeit verfallen lassen. Belegt ist beides nicht. Sicher ist nur: Mit dieser Methode wären die Ermittler im Prinzip wieder dort, wo sie vor der Einführung des Inactivity Reboot standen.

Was nicht bestätigt ist

Bei aller Aufregung ist Vorsicht angebracht. Die Quelle ist ein internes Schulungs- oder Firmenvideo, keine unabhängige Untersuchung. Weder Apple noch Magnet Forensics haben den Bericht kommentiert. Es ist nicht bekannt, für welche iPhone-Modelle und welche iOS-Versionen die Methode funktioniert, ob Apple die Lücke bereits geschlossen hat oder ob sie überhaupt so zuverlässig arbeitet, wie das Video behauptet. Alle Aussagen in diesem Beitrag zu Graykey Preserve beruhen auf diesem Bericht und sind entsprechend vorläufig.

Kurz gesagt

Graykey Preserve soll ein sichergestelltes iPhone im AFU-Zustand halten, indem es unter anderem den Flugmodus aktiviert und vermutlich die Uhr des Geräts manipuliert. Unabhängig bestätigt ist das bisher nicht.

Kann die Polizei ein gesperrtes iPhone entsperren?

Ja, in vielen Fällen kann die Polizei ein gesperrtes iPhone mit Forensik-Werkzeugen wie Graykey oder Cellebrite entsperren oder zumindest Daten daraus auslesen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Ob es gelingt, hängt vom Modell, von der iOS-Version, vom Zustand AFU oder BFU und von der Stärke des Gerätecodes ab. Genau an diesem Punkt setzt der Streit um den automatischen iPhone-Neustart an: Er macht den Zugriff nach 72 Stunden deutlich schwerer, Graykey Preserve soll das wieder ändern.

Ob Ermittler ein Smartphone beschlagnahmen und auslesen dürfen, ist keine technische, sondern eine rechtliche Frage. In Deutschland regelt das die Strafprozessordnung (StPO). Die Beschlagnahme von Gegenständen als Beweismittel ist in § 94 StPO geregelt, die Durchsicht elektronischer Speichermedien in § 110 StPO. Meist ist eine richterliche Anordnung nötig. Wie das im Einzelfall aussieht, kann nur ein Rechtsanwalt beurteilen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Was bedeutet Graykey Preserve für iPhone-Nutzer?

Für die allermeisten iPhone-Nutzer ändert sich im Alltag nichts. Graykey ist ein teures Spezialwerkzeug, das an Ermittlungsbehörden verkauft wird. Es ist nicht für jedermann erhältlich. Trotzdem zeigt der Fall etwas Grundsätzliches, das alle betrifft: Schutzfunktionen eines Smartphones sind kein Versprechen für die Ewigkeit. Zwischen Herstellern und Forensik-Firmen läuft ein ständiger Wettlauf. Was heute als sicher gilt, kann morgen umgangen sein.

Für Privatnutzer: Diebstahl ist das realistischere Risiko

Für Privatpersonen ist nicht die Behörde das wahrscheinlichste Szenario, sondern der Diebstahl. Gestohlene iPhones werden weiterverkauft, zerlegt oder gezielt nach Zugangsdaten durchsucht. Methoden, die zunächst nur in der Forensik auftauchen, können später in andere Hände gelangen. Deshalb lohnt es sich, die eingebauten Schutzfunktionen des iPhones vollständig zu nutzen und nicht allein auf den automatischen Neustart zu vertrauen.

Für Unternehmen und Selbstständige: Firmenhandys sind Datenträger

Ein Firmenhandy ist mehr als ein Telefon. Darauf liegen E-Mails, Kundenkontakte, Chatverläufe, Zugänge zu Firmenkonten und oft auch Dokumente. Geht ein solches Gerät verloren oder wird es gestohlen, geht es nicht nur um den Wert des iPhones, sondern um den Schutz von Kundendaten und Geschäftsgeheimnissen. Für Unternehmen, Selbstständige, Kanzleien, Praxen und Journalisten ist die Smartphone-Sicherheit deshalb ein Teil der IT-Sicherheit insgesamt, nicht eine Nebensache.

Der Fall Graykey Preserve zeigt: Ein einzelner Schutzmechanismus reicht nicht. Sinnvoll ist ein Zusammenspiel aus starkem Gerätecode, aktueller Software, klaren Regeln für Firmenhandys und einer bewussten Entscheidung, welche Daten überhaupt auf dem Smartphone liegen müssen.

iPhone gestohlen oder verloren: Was Sie sofort tun sollten

Wenn Ihr iPhone gestohlen wurde oder verloren gegangen ist, zählt jede Stunde. Der automatische Neustart nach 72 Stunden hilft, ersetzt aber keine schnelle Reaktion. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Gerät als verloren markieren: Melden Sie sich auf einem anderen Gerät bei „Wo ist?" an und aktivieren Sie den Modus für verlorene Geräte. Das iPhone wird gesperrt und Apple Pay deaktiviert.
  2. Apple-Account-Passwort ändern: Ändern Sie das Passwort Ihres Apple-Accounts und prüfen Sie, welche Geräte mit Ihrem Konto verbunden sind. Ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung noch nicht aktiv, schalten Sie sie jetzt ein.
  3. SIM-Karte sperren lassen: Rufen Sie Ihren Mobilfunkanbieter an und lassen Sie die SIM-Karte oder eSIM sperren. So kann niemand mit Ihrer Nummer telefonieren oder SMS-Codes empfangen.
  4. Wichtige Passwörter ändern: Ändern Sie zuerst das Passwort Ihres E-Mail-Postfachs, danach die Zugänge zu Bank, Firmenkonten und sozialen Netzwerken.
  5. Anzeige erstatten: Bei Diebstahl erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Halten Sie dafür die Seriennummer oder IMEI bereit, die Sie in Ihrem Apple-Account finden.
  6. Bei Firmenhandys sofort die IT informieren: Die IT kann Zugänge sperren, bevor Schaden entsteht.
  7. Gerät aus der Ferne löschen: Wenn keine Hoffnung mehr besteht, das iPhone zurückzubekommen, löschen Sie es über „Wo ist?". Danach lässt es sich nicht mehr orten.

Aktivierungssperre: Warum ein gestohlenes iPhone für Diebe weniger wert ist

Ist „Wo ist?" eingeschaltet, schützt die Aktivierungssperre Ihr iPhone. Selbst wenn ein Dieb das Gerät zurücksetzt, kann er es ohne Ihren Apple-Account und Ihr Passwort nicht neu einrichten. Prüfen Sie deshalb jetzt, ob „Wo ist?" auf Ihrem iPhone aktiv ist. Im Ernstfall ist es dafür zu spät.

Sie wollen wissen, ob Ihre Smartphones für den Ernstfall gerüstet sind? Schreiben Sie kurz, welche Geräte Sie nutzen und wer sie verwaltet. Sie bekommen eine kostenlose erste Einschätzung.

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iPhone-Sicherheit: Was Sie selbst tun können

Die gute Nachricht: Die wichtigsten Schutzmaßnahmen für ein iPhone sind schnell eingerichtet und kosten nichts. Sie schützen vor allem bei Verlust und Diebstahl. Eine Garantie gegen professionelle Forensik-Werkzeuge gibt es nicht. Die folgenden sechs Punkte erhöhen die iPhone-Sicherheit aber deutlich. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nennt eine Gerätesperre und regelmäßige Updates als Grundschutz für Smartphones.

Starken Gerätecode nutzen

Der Gerätecode ist der wichtigste Schutz eines iPhones, gerade im BFU-Zustand. Ein längerer, alphanumerischer Code ist deutlich schwerer zu erraten als sechs Ziffern. Sie stellen ihn unter Einstellungen, Face ID & Code, Code ändern und Codeoptionen ein.

iOS immer aktuell halten

Apple schließt Sicherheitslücken über Updates. Wenn eine Methode wie die von Graykey Preserve auf einer Lücke beruht, kann ein späteres Update sie unwirksam machen. Aktivieren Sie automatische Updates und installieren Sie Sicherheitsupdates zeitnah.

Ganz ausschalten statt nur sperren

Ein vollständig ausgeschaltetes iPhone ist nach dem Einschalten immer im BFU-Zustand. Wenn Sie Ihr iPhone längere Zeit nicht brauchen, etwa bei der Aufbewahrung im Hotelsafe, schalten Sie es ganz aus, statt es nur zu sperren.

Schutz für gestohlene Geräte aktivieren

Diese iOS-Funktion verlangt außerhalb vertrauter Orte Face ID oder Touch ID für wichtige Änderungen, zum Beispiel am Apple-Account-Passwort. So kann ein Dieb, der Ihren Code beobachtet hat, nicht sofort alles übernehmen. Sie finden sie unter Face ID & Code.

Zubehör im Sperrzustand begrenzen

Unter Face ID & Code legen Sie fest, ob sich USB-Zubehör mit einem gesperrten iPhone verbinden darf. Lassen Sie diese Option ausgeschaltet. Das erschwert Angriffe über die Schnittstelle, ersetzt aber keinen starken Gerätecode.

Weniger Daten auf dem Gerät

Was nicht auf dem Smartphone liegt, kann von dort auch nicht ausgelesen werden. Prüfen Sie, welche Dokumente, alten Chatverläufe und Zugänge wirklich auf dem iPhone gespeichert sein müssen. Das ist besonders bei Firmenhandys sinnvoll.

Daten nach zehn Fehlversuchen löschen

Unter Face ID & Code können Sie festlegen, dass das iPhone nach zehn falschen Code-Eingaben alle Daten löscht. Das schützt vor dem Durchprobieren von Codes. Der Nachteil: Wer das aktiviert, braucht unbedingt eine aktuelle Datensicherung, denn auch ein Kind, das mit dem Telefon spielt, kann die Löschung auslösen.

Blockierungsmodus: Schutz für besonders gefährdete Menschen

Der Blockierungsmodus ist ein besonders strenger Schutzmodus von iOS. Apple hat ihn für Menschen entwickelt, die gezielt angegriffen werden könnten, etwa Journalisten, Aktivisten oder Menschen in sensiblen Positionen. Im Blockierungsmodus schränkt das iPhone viele Funktionen ein, um die Angriffsfläche zu verkleinern. Laut Apple werden dann unter anderem kabelgebundene Verbindungen zu Computern und Zubehör blockiert, solange das iPhone gesperrt ist. Für den normalen Alltag ist der Modus zu streng. Wer aber beruflich mit besonders vertraulichen Informationen arbeitet, sollte ihn kennen.

Kurz gesagt

Die wirksamsten Maßnahmen für mehr iPhone-Sicherheit sind ein starker alphanumerischer Gerätecode, aktuelle Software, das vollständige Ausschalten bei längerer Nichtnutzung, der Schutz für gestohlene Geräte, gesperrter Zubehörzugriff und möglichst wenige sensible Daten auf dem Gerät.

Automatischer Neustart bei iPhone, Android und GrapheneOS im Vergleich

Nicht nur das iPhone startet nach längerer Inaktivität automatisch neu. Google hat im April 2025 mit einem Update der Google-Play-Dienste eine ähnliche Funktion für Android-Smartphones und -Tablets eingeführt: Ein Android-Gerät startet neu, wenn es drei Tage am Stück gesperrt war. Das sicherheitsorientierte Android-Betriebssystem GrapheneOS bietet einen automatischen Neustart schon länger an, mit einem deutlich kürzeren Standardzeitraum.

Merkmal iPhone mit iOS Android mit Google-Play-Diensten GrapheneOS
Automatischer Neustart Ja, seit iOS 18 Ja, seit April 2025 Ja
Zeitraum 72 Stunden ohne Entsperrung Drei Tage ohne Entsperrung Standard 18 Stunden
Zeitraum einstellbar Nein Nein Ja
Zielgruppe Breite Masse, einfache Bedienung Breite Masse, viele Hersteller Sicherheitsbewusste Nutzer, etwas mehr Einarbeitung

Ein kürzerer Zeitraum verkleinert das Zeitfenster, in dem ein Smartphone im zugänglicheren Zustand nach dem ersten Entsperren bleibt. Ob ein Ansatz wie Graykey Preserve auch bei Android oder GrapheneOS funktionieren würde, ist nicht bekannt. Für wen ein Wechsel sinnvoll ist, hängt vom eigenen Bedarf ab. Für die meisten Menschen bleibt ein gut eingerichtetes iPhone eine solide Wahl. Wer beruflich mit besonders sensiblen Daten arbeitet, sollte die Alternativen kennen.

Kurz gesagt

iPhone und Android starten nach drei Tagen ohne Entsperrung automatisch neu, ohne dass sich der Zeitraum ändern lässt. GrapheneOS startet standardmäßig schon nach 18 Stunden neu, und der Zeitraum ist einstellbar.

Firmenhandy sicher einrichten: Checkliste für Unternehmen und Selbstständige

Für Firmen reicht es nicht, wenn jeder Mitarbeiter sein iPhone nach eigenem Gefühl einrichtet. Sicherheit entsteht durch einheitliche Regeln, die jeder kennt und die regelmäßig geprüft werden. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, die Smartphone-Sicherheit im Unternehmen Schritt für Schritt zu verbessern.

  1. Bestand erfassen: Welche Smartphones gibt es im Unternehmen, wer nutzt sie, und welche Daten liegen darauf? Ohne diese Übersicht lässt sich nichts gezielt schützen.
  2. Gerätecode festlegen: Legen Sie eine Mindestanforderung für den Gerätecode fest. Kurze Zahlencodes und einfache Muster sollten auf Firmenhandys nicht erlaubt sein.
  3. Updates regeln: Bestimmen Sie, dass Sicherheitsupdates zeitnah installiert werden, und prüfen Sie das regelmäßig. Ein iPhone mit veralteter Software ist ein unnötiges Risiko.
  4. Diebstahlschutz einschalten: Aktivieren Sie auf allen Geräten den Schutz für gestohlene Geräte und die Ortungsfunktion. So lässt sich ein verlorenes Gerät orten, sperren oder aus der Ferne löschen.
  5. Daten trennen: Private und berufliche Daten sollten getrennt bleiben. Firmenkonten, Kundendaten und interne Chats gehören nicht in private Apps.
  6. Datenmenge begrenzen: Legen Sie fest, welche Dokumente und Verläufe überhaupt auf dem Smartphone gespeichert werden dürfen. Alte Daten werden regelmäßig gelöscht.
  7. Notfallplan schreiben: Was passiert, wenn ein Firmenhandy verloren geht? Wer wird informiert, welche Zugänge werden gesperrt, wann wird das Gerät aus der Ferne gelöscht? Ein kurzer schriftlicher Ablauf spart im Ernstfall wertvolle Zeit.
  8. Mitarbeiter einweisen: Die beste Einstellung nützt wenig, wenn niemand weiß, warum sie wichtig ist. Eine kurze, verständliche Einweisung gehört dazu.

Mobile Device Management: Firmenhandys zentral verwalten

Ab einigen Geräten lohnt sich ein Mobile Device Management, kurz MDM. Das ist eine Software, mit der ein Unternehmen seine Smartphones zentral verwaltet. Damit lassen sich Code-Regeln, Updates und Einstellungen für alle Geräte gleichzeitig vorgeben. Geht ein Firmenhandy verloren, kann es aus der Ferne gesperrt oder gelöscht werden. Welche Lösung passt, hängt von der Zahl der Geräte und vom Bedarf ab.

BYOD: Wenn Mitarbeiter ihr privates iPhone nutzen

Bei BYOD, „Bring Your Own Device", nutzen Mitarbeiter ihr eigenes Smartphone auch für die Arbeit. Das spart Geräte, erhöht aber das Risiko. Private Apps, Familienfotos und Firmendaten liegen dann auf demselben iPhone. Wer BYOD erlaubt, braucht klare Regeln: Welche Firmendaten dürfen auf das private Gerät, welcher Gerätecode ist Pflicht, und was passiert, wenn das Gerät verloren geht oder der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?

Verlorenes Firmenhandy: auch die DSGVO kennt 72 Stunden

Nicht nur Apple rechnet mit 72 Stunden. Auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) setzt diese Frist. Geht ein Firmenhandy mit personenbezogenen Daten verloren, kann das eine Datenschutzverletzung sein. Diese muss nach Art. 33 DSGVO in der Regel innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Datenschutz-Aufsichtsbehörde gemeldet werden, außer sie führt voraussichtlich nicht zu einem Risiko für die Betroffenen. Verstöße gegen die Pflichten zur Datensicherheit und zur Meldung können nach Art. 83 DSGVO mit Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Ein gut abgesichertes, verschlüsseltes Gerät mit starkem Code kann die Bewertung des Risikos deutlich verändern. Ob im Einzelfall eine Meldepflicht besteht, klären Sie bitte mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einem Rechtsanwalt.

Welche Daten auf einem Smartphone besonders schützenswert sind

Nicht alle Daten auf einem iPhone sind gleich sensibel. Besonders schützenswert sind E-Mail-Postfächer, weil sich darüber oft Passwörter für andere Dienste zurücksetzen lassen. Dazu kommen Chatverläufe mit Kunden und Kollegen, gespeicherte Passwörter und Zugänge, Fotos von Dokumenten, Standortdaten und Kontakte. Der Bericht zu Graykey Preserve zeigt, dass auch scheinbar gelöschte Inhalte wie Fotos im Ordner für zuletzt gelöschte Objekte oder zwischengespeicherte Ortsangaben eine Rolle spielen können. Löschen Sie deshalb nicht nur, sondern leeren Sie auch den Papierkorb in den Fotos und in anderen Apps.

Kurz gesagt

Firmenhandys brauchen einheitliche Regeln: starker Gerätecode, zeitnahe Updates, aktivierter Diebstahlschutz, getrennte Daten, möglichst wenige gespeicherte Inhalte und einen schriftlichen Notfallplan für verlorene Geräte.

Sie wollen wissen, ob Ihre Firmenhandys sicher eingerichtet sind? Schreiben Sie kurz, wie viele Geräte Sie haben und ob Mitarbeiter private Smartphones nutzen. Sie bekommen eine kostenlose erste Einschätzung.

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Was ein gut abgesichertes Smartphone Ihnen bringt

Ein gut eingerichtetes iPhone bringt vor allem eines: Ruhe. Wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird, ist das ärgerlich, aber kein Notfall für Ihre Daten. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen.

  • Ihre Daten bleiben Ihre Daten: Fotos, Nachrichten, E-Mails und Zugänge sind auch dann geschützt, wenn das iPhone in fremde Hände gerät.
  • Kundendaten sind abgesichert: Für Unternehmen und Selbstständige sinkt das Risiko, dass ein verlorenes Firmenhandy zu einer Datenpanne mit Meldepflicht nach der Datenschutz-Grundverordnung wird.
  • Ihre Konten bleiben sicher: Mit starkem Code und Diebstahlschutz kann ein Dieb Ihr Apple-Account, Ihr E-Mail-Postfach und Ihre Bankzugänge nicht einfach übernehmen.
  • Sie wissen, was im Ernstfall zu tun ist: Ein klarer Ablauf ersetzt Panik durch Handlungen, die in Minuten erledigt sind.
  • Sie sind für neue Meldungen vorbereitet: Wenn die nächste Forensik-Methode bekannt wird, müssen Sie nicht bei null anfangen.

Vorher und nachher: der Unterschied im Ernstfall

Situation Ohne Absicherung Mit Absicherung
iPhone im Taxi vergessen Sechsstelliger Code, „Wo ist?" aus, keine aktuelle Datensicherung Starker Code, Gerät per „Wo ist?" als verloren markiert, Daten aus der Sicherung wiederherstellbar
Firmenhandy gestohlen Niemand weiß, wer was sperren muss, Kundendaten liegen unverschlüsselt in Apps und Mails Notfallplan greift, Zugänge werden in Minuten gesperrt, Gerät aus der Ferne gelöscht
Dieb beobachtet den Code Dieb ändert das Apple-Account-Passwort und übernimmt das Konto Schutz für gestohlene Geräte verlangt Face ID oder Touch ID, das Konto bleibt bei Ihnen
Neue Forensik-Methode wird bekannt Unklar, ob die eigenen Geräte betroffen sind Geräte sind aktuell, Daten sparsam gespeichert, Lage ist schnell eingeschätzt

Was passiert, wenn Sie nichts tun?

Wahrscheinlich erst einmal nichts. Genau das ist das Problem. Die meisten Menschen beschäftigen sich mit der Sicherheit ihres Smartphones erst, wenn es weg ist. Dann ist es für einen starken Code, die Aktivierungssperre und eine aktuelle Datensicherung zu spät. Ihre E-Mails, Bankzugänge und Kundendaten sind nur so sicher wie Ihr Gerätecode und die Einstellungen, die Sie vorher getroffen haben. Die Einrichtung dauert dagegen nur wenige Minuten pro Gerät.

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Smartphone-Sicherheit mit INFOMATCH: von der Einschätzung bis zur Einrichtung

Der Fall Graykey Preserve zeigt, wie schnell sich die Lage bei der Smartphone-Sicherheit ändern kann. Die meisten Unternehmen und Selbstständigen haben keine Zeit, jede neue Meldung zu verfolgen und ihre Geräte danach zu prüfen. Genau dafür gibt es den Bereich IT & Sicherheit bei INFOMATCH.

Dazu gehören auch sicher eingerichtete Smartphones mit GrapheneOS für alle, die mehr Kontrolle über ihr Gerät wollen. Wer viel unterwegs arbeitet, findet passende Lösungen im Service für digitale Nomaden. Die Zusammenarbeit ist einfach:

  1. Sie schildern kurz, welche Geräte Sie nutzen und was Sie schützen wollen.
  2. Sie bekommen eine kostenlose erste Einschätzung.
  3. Wenn Sie möchten, folgt ein schriftliches Angebot. Erst dann entscheiden Sie.

Vieles lässt sich auf Wunsch online einrichten, egal wo Sie gerade arbeiten. Den ersten Kontakt führen Sie per E-Mail oder über das Kontaktformular. Auf Wunsch geht es danach über einen Messenger weiter, mit dem Sie sich wohlfühlen. Für die erste Anfrage reicht auch ein Künstlername.

Chronik: vom iPhone-Neustart nach 72 Stunden bis Graykey Preserve

Die Entwicklung lässt sich in wenigen Schritten zusammenfassen. Sie zeigt, wie schnell Hersteller und Forensik-Firmen aufeinander reagieren.

Zeitpunkt Was passiert ist
Herbst 2024 Mit iOS 18 tauchen erste Berichte auf, dass iPhones in Forensik-Laboren von selbst neu starten. Mit iOS 18.1 wird klar: Apple hat einen Neustart nach Inaktivität eingebaut.
November 2024 404 Media macht die Funktion öffentlich bekannt. Der automatische Neustart nach 72 Stunden ohne Entsperrung gilt seitdem als fester Bestandteil von iOS.
Anfang 2025 Laut 404 Media entsteht in dieser Zeit das Firmenvideo von Magnet Forensics, in dem Graykey Preserve und der Evidence Preservation Mode vorgestellt werden.
Oktober 2026 404 Media berichtet über das Video, heise und weitere Medien greifen den Bericht auf. Apple und Magnet Forensics äußern sich nicht.

Begriffe zur iPhone-Forensik kurz erklärt

Rund um Graykey Preserve fallen viele Fachbegriffe. Hier die wichtigsten in einfachen Worten.

Graykey

Werkzeug von Magnet Forensics zum Entsperren und Auslesen von Smartphones. Es wird vor allem an Ermittlungsbehörden verkauft.

Magnet Forensics

Kanadisches Unternehmen für digitale Forensik und Hersteller von Graykey.

Inactivity Reboot

Automatischer Neustart nach Inaktivität. Beim iPhone greift er nach 72 Stunden ohne Entsperrung.

BFU: Before First Unlock

Zustand nach dem Einschalten oder Neustart, bevor das iPhone mit dem Code entsperrt wurde. Die Daten sind dann am besten geschützt.

AFU: After First Unlock

Zustand, nachdem das iPhone einmal entsperrt wurde. Bestimmte Schlüssel bleiben verfügbar, der Zugriff auf Daten ist leichter.

Evidence Preservation Mode

Funktion für bestehende Graykey-Werkzeuge, die laut Bericht ein sichergestelltes iPhone im AFU-Zustand halten soll.

Quellen und Stand dieses Beitrags

Dieser Beitrag fasst die öffentlich bekannten Informationen zu Graykey Preserve und zum iPhone-Neustart nach 72 Stunden zusammen. Grundlage sind der Bericht von 404 Media über das Firmenvideo von Magnet Forensics, die Berichterstattung von heise online (Mac & i), ein Fachbeitrag von Magnet Forensics zum iOS Inactivity Reboot sowie Berichte zur Einführung des automatischen Neustarts bei Android über die Google-Play-Dienste. Die Einschätzung zur Manipulation der iPhone-Uhr stammt von Jiska Classen, Hasso-Plattner-Institut Potsdam, wie in den Berichten wiedergegeben.

Stand: 2. Oktober 2026. Da Apple und Magnet Forensics sich bisher nicht geäußert haben, können sich einzelne Punkte noch ändern.

Häufige Fragen zu Graykey Preserve und zum iPhone-Neustart nach 72 Stunden

Was ist Graykey Preserve?

Graykey Preserve ist laut einem Bericht von 404 Media ein Gerät des Forensik-Unternehmens Magnet Forensics. Es soll verhindern, dass ein sichergestelltes iPhone durch den automatischen Neustart nach 72 Stunden in den stark geschützten BFU-Zustand zurückfällt. Unabhängig bestätigt ist die Funktion bisher nicht.

Was ist der iPhone Inactivity Reboot?

Der Inactivity Reboot ist eine Sicherheitsfunktion von iOS. Sie startet ein iPhone automatisch neu, wenn es 72 Stunden lang nicht entsperrt wurde. Danach befindet sich das Gerät im BFU-Zustand, in dem die Daten deutlich besser geschützt sind.

Seit wann startet das iPhone nach 72 Stunden neu?

Apple hat die Funktion mit iOS 18 eingeführt und mit iOS 18.1 verschärft. Sie arbeitet im Hintergrund und lässt sich in den Einstellungen nicht abschalten.

Was ist der Unterschied zwischen AFU und BFU?

BFU steht für Before First Unlock. Das iPhone wurde seit dem Start noch nicht mit dem Code entsperrt, die meisten Daten sind verschlüsselt. AFU steht für After First Unlock. Das iPhone wurde schon einmal entsperrt, bestimmte Schlüssel liegen im Arbeitsspeicher, und Forensik-Werkzeuge kommen leichter an Daten.

Spielt das Laden oder die Netzverbindung für den Neustart eine Rolle?

Nein. Der Timer für den automatischen Neustart hängt nur am Sperrzustand des iPhones. Ladekabel, WLAN oder Mobilfunk haben darauf keinen Einfluss.

Kann ich den automatischen Neustart beim iPhone selbst einstellen?

Nein. Beim iPhone ist der Zeitraum fest auf 72 Stunden gesetzt. Bei GrapheneOS lässt sich der Zeitraum für den automatischen Neustart dagegen selbst festlegen.

Wie schütze ich mein iPhone am besten?

Die wichtigsten Maßnahmen sind ein starker alphanumerischer Gerätecode, automatische Updates, der Schutz für gestohlene Geräte, gesperrter Zubehörzugriff im Sperrzustand und möglichst wenige sensible Daten auf dem Gerät. Wenn Sie das iPhone längere Zeit nicht nutzen, schalten Sie es ganz aus.

Ist mein iPhone jetzt unsicher?

Für die meisten Nutzer ändert sich im Alltag nichts. Graykey ist ein Spezialwerkzeug für Ermittlungsbehörden. Der Fall zeigt aber, dass einzelne Schutzfunktionen umgangen werden können. Ein gut eingerichtetes iPhone mit aktueller Software bleibt eine solide Grundlage.

Was ist der Unterschied zwischen Graykey und Cellebrite?

Beides sind Werkzeuge der Handy-Forensik, mit denen Ermittlungsbehörden Smartphones entsperren und Daten auslesen. Graykey stammt von Magnet Forensics aus Kanada, Cellebrite ist ein eigenes Unternehmen. Beide werden vor allem an Behörden verkauft.

Kann die Polizei mein gesperrtes iPhone entsperren?

In vielen Fällen ja, mit Forensik-Werkzeugen wie Graykey oder Cellebrite. Ob es gelingt, hängt von Modell, iOS-Version, AFU- oder BFU-Zustand und der Stärke des Gerätecodes ab. Ob Ermittler das dürfen, ist eine rechtliche Frage, die die Strafprozessordnung regelt.

Startet auch ein Android-Smartphone automatisch neu?

Ja. Seit April 2025 startet ein Android-Smartphone mit Google-Play-Diensten automatisch neu, wenn es drei Tage am Stück gesperrt war. Bei GrapheneOS liegt der Standard bei 18 Stunden und lässt sich einstellen.

Mein iPhone startet von selbst neu. Ist das der Inactivity Reboot?

Meist nicht. Der Inactivity Reboot greift nur nach drei Tagen ohne Entsperrung. Startet ein iPhone im Alltag von selbst neu, liegt das oft an einem Update, am Akku, an zu wenig Speicher oder an einem Softwarefehler.

Was tun, wenn das iPhone gestohlen wurde?

Markieren Sie das iPhone in „Wo ist?" als verloren, ändern Sie das Passwort Ihres Apple-Accounts und Ihres E-Mail-Postfachs, lassen Sie die SIM-Karte sperren und erstatten Sie Anzeige. Bei Firmenhandys informieren Sie sofort die IT.

Was ist der Blockierungsmodus beim iPhone?

Der Blockierungsmodus ist ein besonders strenger Schutzmodus von iOS für Menschen, die gezielt angegriffen werden könnten. Er schränkt viele Funktionen ein und blockiert laut Apple unter anderem kabelgebundene Verbindungen, solange das iPhone gesperrt ist.

Kann ich den iPhone-Neustart nach 72 Stunden deaktivieren?

Nein. Der automatische Sicherheitsneustart lässt sich beim iPhone weder abschalten noch im Zeitraum ändern. Wenn das iPhone nach drei Tagen ohne Nutzung neu startet, ist das gewollt.

Was passiert, wenn ich meinen iPhone-Code vergessen habe?

Haben Sie den Code gerade erst geändert, können Sie seit iOS 17 innerhalb von 72 Stunden den alten Code zum Zurücksetzen nutzen. Sonst muss das iPhone über einen Computer zurückgesetzt und aus einer Datensicherung wiederhergestellt werden. Ohne Sicherung sind die Daten verloren.

Was ist Mobile Device Management (MDM)?

Mobile Device Management ist Software, mit der ein Unternehmen seine Smartphones zentral verwaltet. Code-Regeln, Updates und Einstellungen lassen sich für alle Geräte vorgeben, verlorene Geräte aus der Ferne sperren oder löschen.

Muss ich ein verlorenes Firmenhandy nach der DSGVO melden?

Möglicherweise. Führt der Verlust zu einem Risiko für personenbezogene Daten, muss die Datenschutzverletzung nach Art. 33 DSGVO in der Regel innerhalb von 72 Stunden der Aufsichtsbehörde gemeldet werden. Ob das im Einzelfall gilt, klären Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einem Rechtsanwalt.

Was ist die Aktivierungssperre beim iPhone?

Die Aktivierungssperre ist mit „Wo ist?" verbunden. Sie verhindert, dass ein zurückgesetztes iPhone ohne Ihren Apple-Account und Ihr Passwort neu eingerichtet werden kann. Das macht gestohlene iPhones für Diebe weniger wert.

Hilft INFOMATCH bei der Absicherung von Smartphones?

INFOMATCH bietet Leistungen im Bereich IT und Sicherheit an, darunter sicher eingerichtete Smartphones mit GrapheneOS. Die erste Einschätzung ist kostenlos. Danach erhalten Sie auf Wunsch ein schriftliches Angebot.

Smartphone-Sicherheit prüfen lassen: der erste Schritt ist kostenlos

Sie wissen jetzt, was hinter Graykey Preserve und dem iPhone-Neustart nach 72 Stunden steckt. Der Inactivity Reboot ist ein guter Schutz, aber kein Grund, sich allein darauf zu verlassen. Ob Firmenhandy oder privates Smartphone: Eine durchdachte Einrichtung schützt Ihre Daten bei Verlust und Diebstahl deutlich besser.

So geht es weiter:

  1. Sie schreiben eine kurze Nachricht: Welche Smartphones nutzen Sie, und welche Daten liegen darauf?
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  3. Wenn Sie möchten, folgt ein schriftliches Angebot. Erst dann entscheiden Sie.
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